Original:
Paulus beschreibt den Glauben als Prinzip der Selbstprüfung
22 σὺ πίστιν [ἣν] ἔχεις κατὰ σεαυτὸν ἔχε ἐνώπιον τοῦ θεοῦ. μακάριος ὁ μὴ κρίνων ἑαυτὸν ἐν ᾧ δοκιμάζει· 23 ὁ δὲ διακρινόμενος ἐὰν φάγῃ κατακέκριται, ὅτι οὐκ ἐκ πίστεως· πᾶν δὲ ὃ οὐκ ἐκ πίστεως ἁμαρτία ἐστίν.
Quelle:
Bibel, Neues Testament (Paulus von Tarsus):
Römerbrief
/
ΠΡΟΣ ΡΩΜΑΙΟΥΣ
/
Pauli epistula ad Romanos
(
Röm.)
14, 22f.
Edition: Novum testamentum Graece. Begründet von E. und E. Nestle. Heraugegeben von B. und K. Aland / J. Karavidopoulos / C. M. Martini / B. M. Metzger, 28. revidierte Auflage, Stuttgart 2012 (griech.).
Auslegung:
Dieser Text verleiht der Bedeutung des Glaubens im Christentum eine spezielle Dimension, indem er den Glaubens als individuelles Urteilsvermögen darstellt. Im Glauben steht der individuelle Mensch vor Gott und ist auf sein eigenes Urteil angewiesen. Daher kann er deswegen auch von Gott verurteilt werden, wenn er etwas nicht aus Glauben isst. Was damit gemeint ist, ist nicht ganz klar, es liegt jedoch nahe, den Text im Sinne der Freiheit der Christen zum Essen von Götzenopferfleisch zu deuten, die freilich durch ein entsprechendes Gewissensurteil in sinnvoller Weise konkretisiert sein muss (vgl. Zitate 338 und 1027).
Themen:
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Gesetz und Gewissen
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Glaube
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Sünde
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Gewissensfreiheit
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Speisen/Speisevorschriften