Original:
Die Botschaft des Engels, dass Christus geboren werden soll, ist eine Schlüsselszene für das Christentum
ὅτι οὐκ ἀδυνατήσει παρὰ τοῦ θεοῦ πᾶν ῥῆμα.
εἶπεν δὲ Μαριάμ· ἰδοὺ ἡ δούλη κυρίου· γένοιτό μοι κατὰ τὸ ῥῆμά σου. [...] καὶ μακαρία ἡ πιστεύσασα.
Quelle:
Bibel, Neues Testament (Autor unbekannt):
Evangelium nach Lukas
/
εὐαγγέλιον κατὰ Λουκᾶν
/
evangelium secundum lucam
(
Lk.)
1, 37f. 45.
Edition: Novum testamentum Graece. Begründet von E. und E. Nestle. Heraugegeben von B. und K. Aland / J. Karavidopoulos / C. M. Martini / B. M. Metzger, 28. revidierte Auflage, Stuttgart 2012 (griech.).
Auslegung:
Dieser Text enthält die Antwort Marias auf die Verkündigung der Geburt Jesu durch eine Jungfrau, die der von Gott gesandte Erzengel Gabriel ihr überbringt. Das Entscheidende an Marias Rezeption (am Eingang zu mittelalterlichen Kirchen teils heute noch zu sehen) ist der Glaube, der in ihrem Verhalten vorbildhaft sichtbar wird: Zum einen glaubt sie daran, dass die göttliche Allmacht die Geburt Christi ermöglichen kann, zum anderen nimmt sie die ihr von Gott übertragene Aufgabe an. Damit folgt Maria dem alttestamentlichen Vorbild Abrahams (Zitat Nummer 54) und Maria zu einem Modell des auf Gott vertrauenden Glaubens, der für die christliche Religiosität typisch und häufig wichtiger als bestimmte Handlungen ist. Dieser Glaube besteht weniger in einer Meinung über Gottes Existenz als in einem Vertrauen auf Gott, aufgrund dessen jemand bereit ist, sich von Gott individuell leiten zu lassen.
Themen:
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Jesus Christus
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Erzengel Gabriel
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Mittelalterliche Philosophie
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Allmacht Gottes
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Christentum und Philosophie
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Glaube
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Gott
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Jungfrauengeburt (Christi)