Original:
Der erste der beiden direkt aufeinanderfolgenden (und nicht getrennten) Schöpfungsberichte der jüdischen Bibel (Auszug)
בְּרֵאשִׁ֖ית בָּרָ֣א אֱלֹהִ֑ים אֵ֥ת הַשָּׁמַ֖יִם וְאֵ֥ת הָאָֽרֶץ׃ וְהָאָ֗רֶץ הָיְתָ֥ה תֹ֨הוּ֙ וָבֹ֔הוּ וְחֹ֖שֶׁךְ עַל־פְּנֵ֣י תְהֹ֑ום וְר֣וּחַ אֱלֹהִ֔ים מְרַחֶ֖פֶת עַל־פְּנֵ֥י הַמָּֽיִם׃ וַיֹּ֥אמֶר אֱלֹהִ֖ים יְהִ֣י אֹ֑ור וַֽיְהִי־אֹֽור׃ וַיַּ֧רְא אֱלֹהִ֛ים אֶת־הָאֹ֖ור כִּי־טֹ֑וב וַיַּבְדֵּ֣ל אֱלֹהִ֔ים בֵּ֥ין הָאֹ֖ור וּבֵ֥ין הַחֹֽשֶׁךְ׃ וַיִּקְרָ֨א אֱלֹהִ֤ים׀ לָאֹור֙ יֹ֔ום וְלַחֹ֖שֶׁךְ קָ֣רָא לָ֑יְלָה וַֽיְהִי־עֶ֥רֶב וַֽיְהִי־בֹ֖קֶר יֹ֥ום אֶחָֽד׃ ... וַיֹּ֣אמֶר אֱלֹהִ֔ים נַֽעֲשֶׂ֥ה אָדָ֛ם בְּצַלְמֵ֖נוּ כִּדְמוּתֵ֑נוּ וְיִרְדּוּ֩ בִדְגַ֨ת הַיָּ֜ם וּבְעֹ֣וף הַשָּׁמַ֗יִם וּבַבְּהֵמָה֙ וּבְכָל־הָאָ֔רֶץ וּבְכָל־הָרֶ֖מֶשׂ הָֽרֹמֵ֥שׂ עַל־הָאָֽרֶץ
Quelle:
Bibel, Altes Testament (jüdische Bibel; Autor unbekannt):
Exodus (2 Mose)
1, 1-5. 26.
Edition: Biblia hebraica Stuttgartensia […]. Editio funditus renovata […] cooperantibus H. P. Rüger / J. Ziegler ediderunt K. Elliger / W. Rudolph. Editio secunda emendata opera W. Rudolph / H. P. Rüger, Stuttgart 1984 (hebr. / aram.).
Auslegung:
Dieser Text ist der klassische Schöpfungsbericht vom Anfang der
Bibel aus Kapitel 1 des Buches
Genesis, das auch das
Erste Buch Mose genannt wird und eine zentrale Stelle in der jüdischen
Torah einnimmt. Wie man sieht, ist es aus dem Text nicht unmittelbar klar, dass hier eine „Schöpfung aus dem Nichts“ (
creatio ex nihilo) beschrieben wird. Am Anfang wird der Schöpfungsakt nur generell erwähnt, und dann von einer Ordnung der Erde gesprochen, die zuvor „wüst und leer“ gewesen sei. – Nach der Schilderung der sechs Schöpfungstage, von der hier nur der erste wiedergegeben ist, setzt der Bericht noch einmal neu an und schildert die Schöpfung des Menschen. Dabei wird deutlich, dass Gott den Menschen nach seinem eigenen Ebenbild erschaffen hat. Während der hebräische Text (und die auf ihm basierenden modernen Bibelübersetzungen) hier nur einmal von einem Bild spricht, suggerieren die griechische und die lateinische Übersetzungen, dass es dabei zwei Dimensionen von Bildlichkeit gibt, da sie von einer Schöpfung nach „unserem Bild und Gleichnis“ sprechen. Durch diese Formulierung ergeben sich viele Möglichkeiten einer differenzierten Entfaltung des Bildbegriffs, die in der Auslegungsgeschichte auch genutzt wurden (Zitat Nummer 114).
Themen:
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