Original:
Das Johannesevangelium (vermutlich ca. 90/100 n. Chr.) erzählt die Geschichte vom ,ungläubigen Thomas‘ als Ermahnung zum Glauben
Θῶμας δὲ εἷς ἐκ τῶν δώδεκα, ὁ λεγόμενος Δίδυμος, οὐκ ἦν μετ᾿ αὐτῶν ὅτε ἦλθεν Ἰησοῦς. ἔλεγον οὖν αὐτῷ οἱ ἄλλοι μαθηταί· ἑωράκαμεν τὸν κύριον. ὁ δὲ εἶπεν αὐτοῖς· ἐὰν μὴ ἴδω ἐν ταῖς χερσὶν αὐτοῦ τὸν τύπον τῶν ἥλων καὶ βάλω τὸν δάκτυλόν μου εἰς τὸν τύπον τῶν ἥλων καὶ βάλω μου τὴν χεῖρα εἰς τὴν πλευρὰν αὐτοῦ, οὐ μὴ πιστεύσω. Καὶ μεθ᾿ ἡμέρας ὀκτὼ πάλιν ἦσαν ἔσω οἱ μαθηταὶ αὐτοῦ καὶ Θῶμας μετ᾿ αὐτῶν. ἔρχεται ὁ Ἰησοῦς τῶν θυρῶν κεκλεισμένων καὶ ἔστη εἰς τὸ μέσον καὶ εἶπεν· εἰρήνη ὑμῖν. εἶτα λέγει τῷ Θῶμᾳ· φέρε τὸν δάκτυλον σου ὧδε καὶ ἴδε τὰς χεῖράς μου καὶ φέρε τὴν χεῖρά σου καὶ βάλε εἰς τὴν πλευράν μου, καὶ μὴ γίνου ἄπιστος ἀλλὰ πιστός. ἀπεκρίθη Θῶμας καὶ εἶπεν αὐτῷ· ὁ κύριος μου καὶ ὁ θεός μου. λέγει αὐτῷ ὁ Ἰησοῦς· ὅτι ἑώρακάς με πεπίστευκας; μακάριοι οἱ μὴ ἰδόντες καὶ πιστεύσαντες.
Quelle:
Bibel, Neues Testament (Autor unbekannt):
Evangelium nach Johannes
/
Ευαγγέλιον Κατὰ Ιωάννην
/
euangelion kata Iōannēn
20, 24-29.
Edition: Novum testamentum Graece. Begründet von E. und E. Nestle. Heraugegeben von B. und K. Aland / J. Karavidopoulos / C. M. Martini / B. M. Metzger, 28. revidierte Auflage, Stuttgart 2012 (griech.).
Auslegung:
Dieser Text aus dem spätesten neutestamentlichen
Evangelium, das traditionell dem Apostel Johannes zugeschrieben wird, ist eine berühmte erzählerische Darstellung der Bedeutung des Glaubens an Gott: Nachdem Christus gestorben und am dritten Tag danach auferstanden ist, erscheint er seinen Jüngern mehrmals in körperlicher Gestalt. Thomas, der bei diesen Erscheinungen nicht dabei war, glaubt ihren Berichten aber nicht, sondern mag nur glauben, wenn er den auferstandenen Christus körperlich berühren kann. Dessen Erscheinung wird auch ihm zuteil, ist aber mit der Ermahnung verbunden, auch dann zu glauben, wenn man die Wahrheit des Geglaubten gerade nicht sieht.
Im Gegensatz zu den Aussagen der früheren
Evangelien über den Glauben (Zitate Nummer 55 und 56) ist dieser Text für eine Situation geschrieben, in der Christen Zweifel über die körperliche Auferstehung Jesu haben konnten. Es geht also in besonderem Maße um Glaube als die Akzeptanz dieses überlieferten Faktums. Aufgerufen wird aber auch hier zu einem persönlichen Vertrauen in die von Gott ausgehende Überlieferung, die für den christlichen Glaubensbegriff typisch ist.
Im Hinblick auf die Auferstehung zeigt der Text, dass die Vorstellung davon nicht ganz klar ist: Zwar wird einerseits die Körperlichkeit Christi durch die Berührung von dessen Wunden betont. Andererseits erscheint Christus nicht als körperliches Wesen wie ein irdischer Mensch, sondern er erscheint nur in bestimmten Situationen.
Themen:
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Tod und Sterben
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Auferstehung
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Glaube
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Jesus Christus
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Körper
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Körperliches/Unkörperliches