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Philosophische Zitate aus Antike und Mittelalter

Bibel, Neues Testament (Paulus von Tarsus): 1. Korintherbrief 15, 51-53

Original:

Der Apostel Paulus deutet in apokalyptischer Weise das Endgericht an
ἰδοὺ μυστήριον ὑμῖν λέγω· πάντες οὐ κοιμηθησόμεθα, πάντες δὲ ἀλλαγησόμεθα. ἐν ἀτόμῳ, ἐν ῥιπῇ ὀφθαλμοῦ, ἐν τῇ ἐσχάτῃ σάλπιγγι· σαλπίσει γὰρ καὶ οἱ νεκροὶ ἐγερθήσονται ἄφθαρτοι καὶ ἡμεῖς ἀλλαγησόμεθα. Δεῖ γὰρ τὸ φθαρτὸν τοῦτο ἐνδύσασθαι ἀφθαρσίαν καὶ τὸ θνητὸν τοῦτο ἐνδύσασθαι ἀθανασίαν.

Quelle: Bibel, Neues Testament (Paulus von Tarsus): 1. Korintherbrief (1 Kor) 15, 51-53.
Edition: Novum testamentum Graece. Begründet von E. und E. Nestle. Heraugegeben von B. und K. Aland / J. Karavidopoulos / C. M. Martini / B. M. Metzger, 28. revidierte Auflage, Stuttgart 2012 (griech.).

Auslegung:

Dieser Text, in dem sich der Apostel Paulus der Gattung der Apokalyptik bedient, kündigt wie Zitat Nummer 907 auf die Schaffung einer neuen Erde am Ende der Zeiten an. Die Bildlichkeit der Apokalyptik wird insbesondere durch die Rede von der letzten Posaune aufgenommen, die dieses Gericht ankündigt. Damit interpretiert Paulus das Konzept der Auferstehung eschatologisch und nimmt an, dass die Auferweckung der Toten gemeinsam so geschieht, dass alle Körper wie die ganze Welt neu hergestellt werden. Das passt durchaus zu seiner Aussage, dass es keine direkte Identität zwischen dem gestorbenen und dem auferstandenen Körper gibt (vgl. Zitat Nummer 905), zeigt jedoch, dass es Paulus weniger isoliert um den individuellen Auferstehungsakt als um ein gemeinsames Erleben des so genannten jüngsten Gerichtes geht.

Themen:

  • Tod und Sterben
  • Auferstehung
  • Christentum und Philosophie
  • Ewigkeit der Welt
  • Totengericht
  • Gericht (göttliches)

Seht ich sage euch ein Geheimnis: Wir werden nicht alle entschlafen, wir werden aber alle verwandelt werden; plötzlich, in einem Augenblick, mit der letzten Posaune. Denn es wird die Posaune erschallen, und die Toten werden als unvergängliche auferweckt werden, und wir werden verwandelt werden. Denn dies Vergängliche muss sich die Unvergänglichkeit anziehen, und dies Sterbliche muss die Unsterblichkeit anziehen.


Übersetzer: Matthias Perkams