Perkams-Zitatenschatz.de

Philosophische Zitate aus Antike und Mittelalter

Thema: Erinnerung/Gedächtnis

3 Zitate zu diesem Thema im Zitatenschatz:

  • Augustinus von Hippo: Bekenntnisse (Confessiones) 11, 36-38

    Augustinus erklärt die Zeit als die Ausdehnung unseres Geistes
    [1] In Dir also, mein Geist, messe ich die Zeiten. [...] Wer bestreitet also, dass Zukünftiges noch nicht ist? Und doch ist im Geist bereits die Erwartung des Zukünftigen. Und wer bestreitet, dass das Vergangene nicht mehr ist? Und doch ist die Erinnerung an das Vergangene noch im Geist. Und wer bestreitet, dass die Gegenwart keine Ausdehnung hat, weil sie im Moment vergeht? Und doch dauert die Aufmerksamkeit an, durch die das, was da sein wird, zum Fort-Sein hin eilt. [...]
    [2] Wenn ich ein Lied vorzutragen beginne, das ich kenne, richtet sich meine Erwartung, bevor ich beginne, auf das ganze [Lied]. Habe ich begonnen, dann erstreckt sich auch meine Erinnerung über das, was ich aus jener in die Vergangenheit abgelegt habe. Das Leben dieser meiner Tätigkeit spaltet sich dann auf in die Erinnerung, weil ich bereits vorgetragen habe, und die Erwartung, weil ich noch weiter vortragen werde. [...] Was so mit dem ganzen Lied geschieht, das wiederholt sich mit seinen einzelnen Abschnitten und in seinen einzelnen Silben.
  • Alkuin: Die Würde der Stellung des Menschen (De dignitate conditionis humanae) Kap. I-II

    Alkuin (oder ein spätantiker Autor) begründet die Würde des Menschen unter Rückgriff auf die Trinität
    Die Würde der Stellung des Menschen ist erkennbarerweise so bedeutend, dass [...] der Mensch nach dem Ratschluss der heiligen Trinität und durch eine Tat der göttlichen Majestät geschaffen wurde. [...] Die Seele ist Intellekt, die Seele ist Wille, die Seele ist Erinnerung, doch sind es nicht drei Seelen in einem Körper, sondern eine Seele, die drei Würden hat. Und in diesen dreien realisiert unserer innerer Mensch in seiner Natur auf wunderbare Weise das Bild der Trinität, und aus diesen gleichsam herausragendsten Würden der Seele sind wir gehalten, den Schöpfer zu lieben.
  • Augustinus von Hippo: Die Dreieinigkeit (De trinitate ) X 19

    Augustinus erklärt den menschlichen Geist als eine Einheit der drei Vermögen Erinnerung, Erkennen und Wollen
    Wir haben also den Geist in der Erinnerung, dem Erkennen und dem Wollen seiner selbst als einen solchen festgestellt, dass von ihm deswegen, weil er als dauerndes Wissen seiner selbst und dauerndes Wollen seiner selbst begriffen wurde, gleichzeitig ebenfalls begriffen wurde, dass er sich an sich selbst dauernd erinnert und sich selbst dauernd erkennt und liebt, obwohl er sich nicht dauernd unterschieden von dem denkt, das nicht das ist, was er selbst ist.