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Philosophische Zitate aus Antike und Mittelalter

Cicero: Das Wesen der Götter I 24, 63

Original:

Cicero (um 45 v. Chr.)
Alia quoque ex ratione et quidem physica magna fluxit multitudo deorum qui induti specie humana fabulas poetis suppeditaverunt, hominum autem vitam superstitione omni referserunt. atque hic locus a Zenone tractatus, post a Cleanthe et Chrysippo pluribus verbis explicatus est. Nam vetus opinio haec Graeciam opplevit, esse exsectum Caelum a filio Saturno, vinctum autem Saturnum ipsum a filio Iove: physica ratio non inelegans inclusa est in ipsas fabulas.

Quelle: Cicero: Das Wesen der Götter /De natura deorum (ND) I 24, 63.
Edition: M. Tulli Ciceronis De natura deorum. Recensuit O. Plasberg, Leipzig 1933.

Themen:

  • Cicero
  • Gott und die Welt

Aus einem anderen und, nun ja, aus der Physik stammenden Grund floss eine große Menge von Göttern hervor, die in menschlicher Gestalt den Dichtern Geschichten lieferten, das Leben der Menschen aber mit jeglichem Aberglauben überhäuft. Und dieser Punkt wurde von Zenon behandelt, danach von Kleanthes und Chrysipp mit noch mehr Worten erklärt. Denn diese alte Meinung erfüllte Griechenland, der Himmel sei von seinem Sohn Saturn kastriert worden, Saturn selbst aber von seinem Sohn Iuppiter überwunden: ein durchaus gefälliger Grund der Physik wurde in die Geschichten selbst eingeschlossen.


Übersetzer: N.N.