Original:
Der Apostel Paulus beantwortet Fragen zur Auferstehung der Toten
Ἀλλὰ ἐρεῖ τις· πῶς ἐγείρονται οἱ νεκροί; ποίῳ δὲ σώματι ἔρχονται; ἄφρων, σὺ ὃ σπείρεις, οὐ ζῳοποιεῖται ἐὰν μὴ ἀποθάνῃ· καὶ ὃ σπείρεις, οὐ τὸ σῶμα τὸ γενησόμενον σπείρεις ἀλλὰ γυμνον κόκκον εἰ τύχοι σίτου ἤ τινος τῶν λοιπῶν· ὁ δὲ θεὸς δίδωσιν αὐτῷ σῶμα καθὼς ἠθέλησεν, καὶ ἑκάστῳ τῶν σπερμάτων ἴδιον σῶμα. Οὐ πᾶσα σάρξ ἡ αὐτὴ σάρξ ἀλλὰ ἄλλη μὲν ἀνθρώπων, ἄλλη δὲ σάρξ κτηνῶν, ἄλλη δὲ σάρξ πτηνῶν, ἄλλη δὲ ἰχθύων. καὶ σώματα ἐπουράνια, καὶ σώματα ἐπίγεια· ἀλλὰ ἑτέρα μὲν ἡ τῶν ἐπουρανίων δόξα, ἑτέρα δὲ ἡ τῶν ἐπιγείων. ἄλλη δόξα ἡλίου, καὶ ἄλλη δόξα σελήνης, καὶ ἄλλη δόξα ἀστέρων· ἀστὴρ γὰρ ἀστέρος διαφέρει ἐν δόξῃ. Οὕτως καὶ ἡ ἀνάστασις τῶν νεκρῶν. σπείρεται ἐν φθορᾷ, ἐγείρεται ἐν ἀφθαρσίᾳ. [...] σπείρεται
σῶμα ψυχικόν, ἐγείρεται
σῶμα πνευματικόν.
Quelle:
Bibel, Neues Testament (Paulus von Tarsus):
1. Korintherbrief
(
1 Kor)
15, 35-43. 50-53.
Edition: Novum testamentum Graece. Begründet von E. und E. Nestle. Heraugegeben von B. und K. Aland / J. Karavidopoulos / C. M. Martini / B. M. Metzger, 28. revidierte Auflage, Stuttgart 2012 (griech.).
Auslegung:
In diesem Text gibt der Apostel Paulus der christlichen Auferstehungshoffnung eine spezifische Gestalt, indem er betont, dass die Auferstehung eigentlich eine Auferweckung von Seiten Gottes ist. Diese setzt im Übrigen voraus, dass der Körper, der auferweckt wird, vorher auch tatsächlich gestorben ist, aber gleichsam nur wie ein Samen für einen kommenden Körper wird, den Gott so formt wie er will. In den Augen des Apostels besteht also keine wirkliche Identität zwischen dem Leib der gestorbenen Person und ihrem Auferstehungsleib, sondern beide sind durch die Schöpfermacht Gottes verbunden, aber der Sache nach nicht identisch. Verdeutlicht wird dieser Gedanke an der Verschiedenheit der Körper der Welt, die offenbar die potentielle Verschiedenheit zwischen dem menschlichen Leib und dem Auferstehungsleib verständlich machen sollen. Insofern ist der Text eher locker assoziierend als strikt argumentierend, führt aber doch zu einer dezidierten Betonung der Allmacht Gottes im Vergleich zu einer physikalisch vorgestellten Auferstehung. Damit stellt er, ebenso wie Zitat Nummer 904, ein Zeugnis für eine frühchristliche Dimension über die Auferstehung dar. Der Text erklärt im Übrigen auch, warum die christliche Auferstehungshoffnung nicht darauf angewiesen ist, dass der physische Körper nach dem Tod erhalten bleibt (weswegen christliche Gräber nach einer gewissen Zeit neu belegt werden können).
Themen:
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Tod und Sterben
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Mensch und Seele
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Allmacht Gottes
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Auferstehung
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Körper