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Philosophische Zitate aus Antike und Mittelalter

Thema: Satz/Sätze

4 Zitate zu diesem Thema im Zitatenschatz:

  • Peter Abaelard: Theologia ,Scholarium‘ (Theologia ,Scholarium‘) II, 84f

    Peter Abaelard über die Frage, warum man eigentlich nicht über Gott sprechen kann
    Dass jede Rede von Menschen weitestgehend an die Naturen der Geschöpfe angepasst ist, wird auch besonders anhand desjenigen Teils eines Satzes deutlich, ohne den nicht gesagt werden kann, dass eine Vollständigkeit des Satzes besteht, aus dem nämlich, der ,Verb‘ genannt wird. Denn dieser Ausdruck dient zur Bezeichnung der Zeit, die von der Welt aus begonnen hat. Wenn wir daher die Bedeutung dieses Teils beachten, wird durch ihn notwendig der Sinn einer jeden Wortverbindung in den Bereich der Zeit hineingezwungen [...]. Wenn wir daher sagen, dass Gott früher ist als die Welt oder vor den Zeiten existiert hat, welcher Sinn vom Vorhergehen Gottes und dem Nachfolgen von diesen kann wahrhaft in diesen Worten sein [...]? Es ist daher nötig, wenn wir irgendwelche Ausdrücke auf die einzigartige Natur Gottes übertragen, dass diese eine gewisse einzigartige Bedeutung oder auch Wortverbindung an sich ziehen und durch das, was alles übersteigt, auch notwendig die eigene Einsetzung übersteigen.
  • Aristoteles: Kategorien Lehre vom Satz (De interpretatione) 19a 23-25. 29-36

    Aristoteles erklärt die Möglichkeiten der Wahrheit von Sätzen über Zukünftiges (futura contingentia)
    Τὸ μὲν οὖν εἶναι τὸ ὂν ὅταν ᾖ, καὶ τὸ μὴ ὂν μὴ εἶναι ὅταν μὴ ᾖ, ἀνάγκη· οὐ μέντοι οὔτε τὸ ὂν ἅπαν ἀνάγκη εἶναι οὔτε τὸ μὴ ὂν μὴ εἶναι. [...] λέγω δὲ οἷον ἀνάγκη μὲν ἔσεσθαι ναυμαχίαν αὔριον ἢ μὴ ἔσεσθαι, οὐ μέντοι γενέσθαι αὔριον ναυμαχίαν ἀναγκαῖον οὐδὲ μὴ γενέσθαι· [...] ὥστε, ἐπεὶ ὁμοίως οἱ λόγοι ἀληθεῖς ὥσπερ τὰ πράγματα, δῆλον ὅτι ὅσα οὕτως ἔχει ὥστε ὁπότερ᾿ ἔτυχε καὶ τὰ ἐναντία ἐνδέχεσθαι, ἀνάγκη ὁμοίως ἔχειν καὶ τὴν ἀντίφασιν. ὅπερ συμβαίνει ἐπὶ τοῖς μὴ ἀεὶ οὖσιν ἢ μὴ ἀεὶ μὴ οὖσιν.
  • Ibn Sīnā (Avicenna): Hinweise und Ermahnungen 7.1 (p. 65 Forget)

    Ibn Sīnā erklärt, was einen wissenschaftlichen Syllogismus ausmacht, und unterscheidet zwischen gültigen und wahren Schlüssen
    Und was den Syllogismus angeht, so ist er das Hauptsächliche. Und er ist eine aus Aussagen zusammengeführte Aussage, aus der, wenn die Aussagesätze, die in sie eingebracht werden, zutreffend sind, in sich selbst auf notwendige Weise eine andere Aussage folgt. […] Und das, was sich aus den Prämissen auf die Weise ergibt, die wir dargestellt haben, so dass sich aus ihr auf notwendige Weise dieses Resultat ergibt, das ist der Syllogismus. Und dass die Aussagesätze zutreffend sind, ist nicht dafür erforderlich, dass [formal] ein [gültiger] Syllogismus entsteht, sondern es ist dafür erforderlich, dass aus den Aussagesätzen, insoweit sie zutreffend sind, auf notwendige Weise eine andere Aussage folgt.
  • Peter Abaelard: Logica ,Ingredientibus‘ zur Eisagoge (p. 2 Geyer)

    Peter Abaelard (1079-1142) über den Aufbau der Logik
    Beim Schreiben einer Logik ist die folgende Anordnung notwendig: Weil Argumentationen aus Aussagesätzen bestehen und Aussagesätze aus Aussagen, muss der, der auf vollkommene Weise eine Logik schreibt, zuerst über einfache Aussagen, dann über Aussagesätze schreiben und zuletzt bei den Argumentationen das Ziel der Logik vollenden.