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Philosophische Zitate aus Antike und Mittelalter

Thema: Bild Gottes (Mensch als)

5 Zitate zu diesem Thema im Zitatenschatz:

  • Tertullian (Quintus Septimius Florens Tertullianus: Gegen Markion (Contra Marcionem ) II 5, 1f

    Der christliche Apologet Quintus Septimius Florens Tertullianus (ca. 150-220) fasst die Argumentation seines Gegners Markion zusammen
    Oh ihr Hunde [...], die ihr den Gott der Wahrheit anbellt, das sind die Knochen von Argumentationen, die ihr abnagt: "Wenn Gott gut ist, sowie die Zukunft vorherwissend und mächtig genug, das Schlechte abzuwehren, warum hat er es zugelassen, dass der Mensch, und zwar sein eigenes Bild und Gleichnis (Gen. 1, 26) [...], vom Gesetzesgehorsam zum Tode hin abglitt, umschlichen vom Teufel? [...] Aber wenn dies geschah, dann ist es im Gegenteil so aufgelöst, dass man weder an einen guten noch an einen vorherwissenden noch an einen mächtigen Gott glauben darf."
  • Abraham Ibn Daud: Vorwort zur Übersetzung von Avicennas De anima p. 3f

    Der lateinische Übersetzer von Ibn Sīnās (Avicennas) <i>Über die Seele</i>, der Jude Abraham Ibn Daud (ca. 1110-1170), betont die geistige Bedeutung der Seele
    [1] Obgleich alle aus Seele und Körper bestehen, sind nicht alle so sicher über die Seele wie über den Körper. Denn während dieser der Sinneswahrnehmung unterliegt, erreicht jene nur der Intellekt allein. Daher glauben die Menschen entweder, dass die Seele nichts sei, oder wenn sie vielleicht aufgrund der Bewegung des Körpers vermuten, dass sie ist, halten die meisten im Glauben fest, was oder wie beschaffen sie ist, aber nur wenige überzeugen davon mit Vernunft.
    [2] Es ist aber unwürdig, dass der Mensch über den Teil von sich selbst, durch den er wissend ist, nichts weiß, das, wodurch er vernünftig ist, nicht mit der Vernunft selbst erfasst. Denn wie wird er sich selbst oder Gott lieben können, wenn er überzeugt ist, das, was in ihm am besten ist, nicht zu kennen?
    [3] Denn der Mensch ist ja an seinem Körper niedriger als praktisch jedes Geschöpf, aber allein die Seele überragt die übrigen, in welcher er das Ebenbild seines Gottes deutlicher führt als alle übrigen.
  • Bibel, Altes Testament (jüdische Bibel; Autor unbekannt): Exodus (2 Mose) 1, 1-5. 26

    Der erste der beiden direkt aufeinanderfolgenden (und nicht getrennten) Schöpfungsberichte der jüdischen Bibel (Auszug)
    Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde; die Erde aber war wüst und wirr, Finsternis lag über der Urflut, und Gottes Geist schwebte über dem Wasser. Gott sprach: Es werde Licht. Und es wurde Licht. Gott sah, dass das Licht gut war. Gott schied das Licht von der Finsternis; und Gott nannte das Licht Tag, und die Finsternis nannte er Nacht. Es wurde Abend, und es wurde Morgen: erster Tag. [...] Dann sprach Gott: Lasst uns Menschen machen, als unser Abbild, so wie unsere Gestalt [Vulgata: ad imaginem et similitudinem nostram; EHÜ: als unser Abbild, uns ähnlich; Luther: ein Bild, das uns gleich sei]. Sie sollen herrschen über die Fische des Meeres, über die Vögel des Himmels, über das Vieh, über die ganze Erde und über alle Kriechtiere auf dem Land.
  • Alkuin: Die Würde der Stellung des Menschen (De dignitate conditionis humanae) Kap. I-II

    Alkuin (oder ein spätantiker Autor) begründet die Würde des Menschen unter Rückgriff auf die Trinität
    Die Würde der Stellung des Menschen ist erkennbarerweise so bedeutend, dass [...] der Mensch nach dem Ratschluss der heiligen Trinität und durch eine Tat der göttlichen Majestät geschaffen wurde. [...] Die Seele ist Intellekt, die Seele ist Wille, die Seele ist Erinnerung, doch sind es nicht drei Seelen in einem Körper, sondern eine Seele, die drei Würden hat. Und in diesen dreien realisiert unserer innerer Mensch in seiner Natur auf wunderbare Weise das Bild der Trinität, und aus diesen gleichsam herausragendsten Würden der Seele sind wir gehalten, den Schöpfer zu lieben.
  • Albertus Magnus: Über den Intellekt und das Intelligible (De intellectu et intelligibili) I 6 (p. 11 Donati)

    Die Universalität der Seele ergibt sich für Albertus Magnus aus ihrer Verbindung mit der ersten Ursache
    Es ist […] leicht […], die Natur der Intellektseele zu bestimmen, weil sie diese Natur aus dem Hervorgehen von der ersten Ursache heraus besitzt, das nicht bis zur Vermischung mit Materie emaniert. Und daher wird sie von einigen Weisen unseres Gesetzes ,Bild Gottes‘ genannt. Denn aus der so beschaffenen Angleichung an die erste Ursache hat er einen allgemein wirkenden Intellekt, der so wie das Licht abgetrennt ist. […] Daraus jedoch, dass sich diese Natur einem organischen physischen Körper annäherte, sinkt ihre Intellektnatur ein wenig [in die Körperwelt] ein, und daher hat sie einen möglichen Intellekt, der etwas von Vorstellung und Sinneswahrnehmung empfängt. Und dadurch, dass diese Natur abgetrennt und nicht an sich in die Materie eingetaucht ist, muss sie allgemein sein. Und daher ist die Seele fähig, allgemein alles zu erkennen. […] Die sinnliche Erkenntniskraft, die ein Akt des materiellen Organs ist, kann nur bestimmte [Erkenntnisse] empfangen.